Alles unter Dach und Fach – Malerfachbetrieb, energetische Sanierungen und dekorative Innengestaltung

Carla Stadler Interview kommentieren

schuckerInterview mit Armin Schucker,
Geschäftsführer bei Schucker malen | sanieren | dekorieren

Anders, als herkömmliche Malerfachbetriebe, ist die Firma Schucker auch Spezialist für energetische Sanierungen, Betoninstandsetzung sowie dekorative Innengestaltung. Der Betrieb bietet Architekten im Großraum Karlsruhe kreative Lösungen für eine Zusammenarbeit. Der Geschäftsführer Armin Schucker spricht über die Erweiterung seines Betriebs, die Qualitätssicherung in den verschiedenen Segmenten und seine Affinität für Details.

Die Firma Schucker ist ein traditionsreiches Familienunternehmen. Wie kam es zur Erweiterung des Leistungsspektrums?

Zum Verständnis beginne ich mit der Geschichte von Anfang an. 1934 wurde die Firma als Malerbetrieb von meinem Großvater gegründet. In den 50er Jahren stieg dann mein Vater mit ins Geschäft ein und 1979 wurde die GmbH ins Leben gerufen. 1975 begann ich mit meiner Lehre und besuchte 1981 bereits die Meisterschule. Ich bekam damals eine Ausnahmegenehmigung, denn ich war eigentlich noch zu jung. Da ich noch immer nicht zufrieden mit meinen beruflichen Qualifikationen war, schloss ich meine Ausbildung mit einem Betriebswirt des Handwerks in Karlsruhe ab.

Als ich dann im Jahr 1985 in die Firma mit einstig, strukturierten wir Schucker zum ersten Mal um. Unsere Aufträge stammten überwiegend aus öffentlicher Hand, da es damals noch kaum öffentliche Ausschreibungen gab. Das Vergabewesen änderte sich Ende der 80er Jahre und wir mussten reagieren. Ich lenkte also den Fokus mehr auf den Privatkundenmarkt. Wir waren einer der ersten Malerbetriebe, der Marketing in diesem Rahmen nutzte und unsere Mailings hatten phänomenale Trefferquoten. Innerhalb von zwei Jahren konnten wir unsere Kundenstruktur auf 80 Prozent privat und 20 Prozent öffentliche Hand umdrehen.

Obwohl ich von 1992 bis zum Jahr 2000 auch eine Gebäudereinigung führte, habe ich den Malerbetrieb mit damals 18 Angestellten weiterhin gemanaged. 1998 entschied sich mein Vater, in den Ruhestand zu gehen und ich beschloss, die Firma Schucker komplett zu übernehmen und mich aus dem Bereich der Gebäudereinigung zurückzuziehen. Mit meiner neuen Position gestaltete ich den Betrieb  ein weiteres Mal um. Da mich die Betoninstandsetzung interessierte, suchte ich einen geeigneten Fachmann, der mich bei der Eingliederung dieses Segments in die Firma unterstützte. Innerhalb von  einem Jahr konnten wir den Gesamtumsatz der Firma Schucker verdoppeln. Wir änderten unseren Auftritt, lagerten dieses Segment aus dem konventionellen Betrieb aus und gründeten eine eigene Firma. Es gab nun den Schucker Malerfachbetrieb und die Schucker Sanierungen.

Die Idee, zu wachsen und weitere Segmente zu eröffnen, begeisterte mich. Zu diesem Zeitpunkt kam die energetische Sanierung ins Spiel. Zum Jahresbeginn 2000 stellte ich erneut einen Fachmann ein, wir erweiterten das Segment Wärmedämmverbundsysteme und konnten den Umsatz abermals um 30 Prozent steigern.

Kurz darauf übernahm ich auch den Malerbetrieb meines Schwiegervaters, der sich auf Bodenbeschichtungen spezialisiert hatte. Daraufhin sind wir kontinuierlich gewachsen. Wir verabschiedeten uns im Jahr 2012 von den Einzelmarken und führten die Segmente „Schucker Maler“, „Schucker Sanierungen“ und „Deck“ unter einer Dachmarke zusammen. Damit war die aktuelle Struktur und Größe von Schucker mit 75 Mitarbeitern erreicht.

Dieses Jahr werden wir in der Hauptsaison auf 90 – 95 Mitarbeiter anwachsen, wobei die Betoninstandsetzung, die energetische Sanierung  und der Malerbetrieb ähnliche Umsätze aufweisen.

Arbeiten Sie vorwiegend im Gewerbebau oder für Privathaushalte?

Wir kommen aus dem Privatkundenbereich. Das Wachstum der vergangenen Jahre war jedoch nur möglich, indem wir hauptsächlich mit Architekten und Hausverwaltungen zusammenarbeiteten. Diese Kundengruppen sind dementsprechend unsere stärksten. Natürlich bedienen wir auch Gewerbekunden, Industriekunden und Dienstleister. Vergangenes Jahr entschloss ich mich dann, den Fokus wieder vermehrt auf Privathaushalte zu legen.

Wie garantieren Sie, den hohen Qualitätsanforderungen in jedem Segment gerecht zu werden?

Wir legen viel Wert auf unsere wöchentlichen Meetings, bei denen wir das Tagesgeschäft besprechen und mit Zahlen untermauern. Zudem veranstalten wir regelmäßige Workshops zu verschiedensten Themen hinsichtlich Material, handwerklicher Technik, Service und Kommunikation, die auch über mehrere Sitzungen andauern können.

Auch externe Schulungen sind Teil unseres Weiterbildungsprogramms: Gezielte Schulungen, wie beispielsweise in der energetischen Sanierung für neue Details oder Produkte, werden regelmäßig für die Mitarbeiter abgehalten. Gerade in den Wintermonaten gibt es etliche Angebote.

Besonders am Herzen liegen uns auch die zwischenmenschlichen Themen. Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und der vertrauensvolle Umgang mit Kunden und Lieferanten sind unerlässliche Qualifikationen unserer Mitarbeiter. Wir sind besonders engagiert, unseren Lehrlingen diese notwendigen Werte und Regeln schon von Anfang an zu vermitteln.

Unser Personal ist speziell geschult und auf einen Bereich spezialisiert. Mir war schon immer wichtig, dass in jedem Bereich jemand sitzt, der sich auch wirklich auskennt. Durch die Strukturierung in einzelne Leistungsbereiche und mit entsprechender personeller Stärke garantieren wir kontinuierlich Schnelligkeit und Flexibilität.

Man merkt, dass Sie besonderen Wert auf Details legen?

Wir legen in jeglicher Hinsicht Wert auf Details, denn nur so stimmt auch das Endergebnis. Und das lässt sich auf alle Bereiche der Firma übertragen.

Gerade bei der Wärmedämmung spielen Details eine wichtige Rolle. Denn ob eine Wärmedämmung dauerhaft stand hält, hängt davon ab, wie detailgetreu gearbeitet wurde. Kunden richten sich bei einer neuen Wärmedämmung häufig nach dem Preis. Bei billigen Angeboten treten jedoch nach einiger Zeit oft Schäden auf und es muss erneut Geld investiert werden. Nachhaltiger ist es also, von Anfang an mehr Geld in die Hand zu nehmen und eine detailliertere Variante zu wählen.

Wir demontieren oftmals demolierte Wärmedämmungen. Dabei handelt es sich generell nicht um schlechtes Material, meistens ist es nachlässig verarbeitet worden. Unsere Philosophie ist es, detailgetreu zu arbeiten und derartigen Schäden vorzubeugen, indem wir mögliche Schwachstellen im Vorhinein analysieren.

Gibt es ein Projekt, auf das Sie besonders stolz sind? Eines, in dem alle Segmente der Firma tätig waren?

microchipkDass wir für alles gebucht werden, ist eher eine Ausnahme. Beim Bau der Firma Microchip in Karlsruhe waren alle unsere Segmente integriert und es ist ein Projekt, auf das wir stolz sein können. Für diesen Industriebau gewannen wir einen Fassadenpreis. Und es wurden nicht einmal alle Arbeiten bewertet.

marienklinikEs gibt immer wieder Highlight-Projekte in den verschiedenen Segmenten. Vor einigen Jahren gestalteten wir die Wärmedämmung der Marienklinik in Karlsruhe. Wir nutzten Mineralschaum, der besonders heikel zu verarbeiten ist und damals noch relativ neu war. Wir waren einer der ersten Betriebe, der ein Objekt dieser Größe mit diesem Material dämmte. Immerhin handelte es sich um einige tausend Quadratmeter.
Für die Karlsruher Messe haben wir zwei Hallenböden mit jeweils ca. 10.000 Quadratmeter Fläche saniert. Ein Projekt dieser Größe gehört natürlich nicht zum Tagesgeschäft. Innerhalb der gewährleisteten Zeit konnten wir mit schnellreagierenden 2-K- Reaktionsharzen  die Bodenplatte verpressen. Und die Flächen haben wir danach mit zwei Komponenten Materialien beschichtet.neue-Messe

Im Malerbereich, sowohl im Innen- als auch im Außenbereich, gibt es immer wieder Objekte, die mir besonders zusagen. Aber auch das Alltagsgeschäft macht uns Spaß und ist von Bedeutung.

Inwiefern spielt das Thema Nachhaltigkeit eine Rolle in Ihrem Betrieb?

Zum einen handelt es sich bei unseren beiden Firmensitzen um energieeffiziente Gebäude. Beide Häuser sind gedämmt und in den renovierten Teilen ist auch die Beleuchtung energiesparend. Vor einigen Jahren haben wir unsere Heizung auf Erdgas umgestellt und somit haben sich die schädlichen Emissionen erheblich reduziert.

Bei unseren täglich verwendeten Materialien achten wir darauf, so wenig umweltschädliche Stoffe zu gebrauchen, wie möglich. Unser Branchenzweig ist momentan auf einem sehr guten Weg. Es werden kaum Lösemittel oder anders belastete Utensilien verwendet.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Armin Schucker
Geschäftsführer
Fritz Schucker GmbH
Rintheimer Hauptstr. 2
76131 Karlsruhe
0721 605606-0
a.schucker@schucker.de
www.schucker.de

 

 

Das Interview führte Carla Stadler (querplan)

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