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Der Architekt in der Open Source-Ära – Wie Open Source unser Architekturbüro revolutionierte

Redaktion Technologie und Forschung, VfA BW kommentieren

In der heutigen Zeit ist der Einsatz verschiedenster Computerprogramme für die Erarbeitung kreativer und technischer Inhalte in der Berufspraxis unerlässlich.

Viele kreative Büros arbeiten auch heute noch überwiegend mit sogenannter proprietärer Software, d.h. Software mit geschütztem Quellcode, wobei deren Erwerb und Update in der Regel einen relevanten Kostenfaktor darstellen. Zudem steht der Nutzer oft veralteten Standards gegenüber, und die Computer halten ohne permanentes Update der Software kaum stand.

Die Welt der Open Source Software stellt eine perfekte Alternative zur proprietären Software dar. Open Source heißt offener Quellcode und meint Software, die jeder nach Belieben studieren, benutzen, verändern und kopieren darf. Damit spiegelt Open Source eine (Lebens-)Philosophie wider: die der partizipativen Projektentwicklung. Im weiteren Sinne steht Open Source für frei verfügbares Wissen und Information im Allgemeinen und hat dadurch die Gründung neuer “Open”-Bewegungen inspiriert.

Nach rund 25 Jahren Entwicklung gibt es heute ein großes Angebot hochwertiger und kostenfreier Open Source Software, welche ohne Beschränkung auch zu kommerziellen Zwecken eingesetzt werden kann. Dabei handelt es sich keineswegs um Programme zweiter Kategorie, ganz im Gegenteil ermöglicht der offene Quellcode eine ständige Weiterentwicklung und Verbesserung der Software selbst.

Unser Architektur- und Designbüro WYDA kann auf eine rund 20-jährige Forschungstätigkeit über den Einsatz von Open Source-Programmen für die Produktion kreativer Inhalte zurückblicken. Die Recherche wurde zunächst aus reiner Neugierde begonnen, wobei sich nach und nach nicht nur klare strategische und wirtschaftliche Vorteile für unsere Aktivitäten herauskristallisierten, sondern eine echte und andauernde Leidenschaft für die Philosophie der Open Source geboren wurde.

Das reiche Angebot an Open Source-Programmen, die in der Berufspraxis von Architekten einsetzbar sind, ermöglicht unserem Büro, auch komplexe Produktionsprozesse abzudecken, wie beispielsweise die Entwicklung eines Design-Projekts von der ersten Skizze bis zum Prototyp oder eines Innenarchitektur-Projekts vom Konzept bis zur Ausführungsplanung. Arbeitsschritte wie 2D-Zeichnungen, virtuelle 3D-Modelle, hochwertige Renderings und Animationen, Bildbearbeitung, Projektbroschüren, Kataloge usw. werden inzwischen nahezu ohne Zuhilfenahme von proprietärer Software abgedeckt.

Aus dem Wunsch, aktiv an der Verbreitung der Open Source-Philosophie teilzunehmen und unser Know-How über das Potential von Open Source Software in kreativen Produktionsprozessen weiterzugeben, ist ein Schulungsprojekt entstanden, das den Namen MMOSA – Multimedia Open Source Academy trägt.
MMOSA richtet sich an Studierende und Fachleute aller kreativen Arbeitsbereiche wie Architektur, Design, Kunst, Graphik, Multimedia etc., die an der „Open“-Philosophie interessiert sind und einen strategischen und ökonomischen Vorteil aus der Nutzung von Open Source Software ziehen.

MMOSA bietet Schulungen an, die zum Ziel haben, einzelne Open Source-Programme zu erlernen und komplexe Workflows zu steuern. Diese Schulungen können in Zusammenarbeit mit Universitäten, Architektenkammern usw. organisiert werden, oder aber als In-House Training in Ihrem Büro, mit dem Vorteil einer individuellen und gezielten Fortbildung auf Basis spezifischer Anforderungen. Zudem ist eine Plattform mit Online-Tutorials, die flexiblere und selbstbestimmtere Art von Schulung „auf Abruf“, in Entwicklung.

In unseren nächsten Beiträgen zu den Monatsbriefen der VfA werden wir konkrete Projektbeispiele und Arbeitsprozesse aus den Bereichen Architektur, Innenarchitektur, Design und Graphik vorstellen, mit dem Ziel einer ersten Annäherung an die aus unserer Sicht wichtigsten Open Source-Programme für Kreative.

Für weitere Informationen verweisen wir auf unsere Webseite www.mmosa.eu.

Arch. Ulrike Wyrwoll
Arch. Arcangelo D’Alessandro

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